Ruhige Weihnachten

18:41 Uhr

Meiner Mutter ist es ja immer so ganz wichtig zu betonen, dass die Weihnachten in diesem Jahr so ruhig waren.

Im Gegensatz zu früher (TM).

Früher, das ist für mich eine Zeit an die Ich nur noch rudimentäre, verklärte Erinnerungen habe.

An den Weihnachten, an die Ich mich erinnern kann, war eigentlich immer Ruhe. Das mag daran liegen, dass das letzte mal, dass wir Weihnachten so als Familie und so gefeiert haben, das Jahr war bevor mein Vater starb, also 2008.

2009 – 2013, also die Jahre zwischen Papas Tod im September 2009 und meinem Umzug nach Dresden im Februar 2014 haben wir mit Sicherheit auch irgendwie an Weihnachten was mit Opa gemacht. Oma starb ja im Sommer 2011. Aber Ich kann mich partout nicht an diese Weihnachten erinnern.

Wenn Ich mich an alte Weihnachten erinnere, dann an die Weihnachten meiner Kindheit. Das geht so bis ca. Anfang der 2000er. Da waren wir Heiligabend zu Hause bei uns alleine, am ersten Weihnachtsfeiertag bei Oma und Opa, am zweiten bei der Tante und die Familie meines Vaters haben wir da auch irgendwie noch reingequetscht.

Weihnachten bei Oma und Opa ist für meinen Cousin und mich so eine feste Größe in der Kindheitserinnerung. Ich muss an schräge Weihnachtslieder denken, an einen Plastiktannenbaum mit wilder, untypischer Deko und einer BUNTEN (!) Lichterkette denken (gabs NIRGENDS sonst in der Familie!) und daran wie alle im Wintergarten saßen. Ich hab die Tage auch beim durchsehen von Opas ganzen Schriften, die Ich geerbt hab, auch viele Weihnachtsgeschichten gefunden die er damals geschrieben und immer vorgelesen hat. Im Nachhinein auch alles mehr schein als sein…

Meine Mutter erinnert da eher Streit, besoffene Verwandtschaft, usw.

Ich kann heute mit einem gewissen Abstand erkennen, warum diese Weihnachten damals für meine Mutter weniger schön waren und auch Stress waren, denn man musste sich ja „gut anziehen“ wenn man zur Verwandtschaft fuhr, denn es war ja Weihnachten, man musste gespielte gute Laune heucheln, usw. Meine Mutter blühte damals richtig auf, als Ich nach Dresden gezogen bin und Sie dann über Weihnachten zu mir kam, da Ich über die Feiertage nie Urlaub genommen (bekommen?) habe. Wir haben zwar alleine in einer kleinen zwei Zimmer Wohnung gesessen, aber wir hatten uns. Wir hatten keinen Krach mit Verwandten, keinen Stress, keinen Streit.


Nuja, aber damals war damals und heute ist heute!

Dieses Weihnachten jedenfalls begann schon einen Samstag zuvor, als wir nämlich seit Jahren endlich mal wieder Weihnachtsplätzchen gebacken haben!

YAY!

Wir haben nur zwei Sorten gemacht, Spritzgebackenes und Zimtwaffeln.

Dazu kommt hier heute auch noch ein Beitrag.

Die Woche vor den Feiertagen war dann bei mir aus anderen gründen als den Feiertagen stressig, dazu vielleicht irgend wann einmal mehr hier.

Am Samstag hab Ich dann noch die letzten Einkäufe gemacht, die unstressiger verliefen, als man so gemeinhin denken mag. Im Globus hier in Kaiserslautern ging es alles in allem ganz gesittet zu. Ausserdem war Ich noch im Baumarkt, da Ich heute am 2. Weihnachtsfeiertag eigentlich grillen wollte, und dafür noch Material brauchte um einen extra 1-Peronen-Grill zu bauen, dazu kam es dann nun aber doch nicht.

Am Sonntag schlief Ich aus und fuhr glaube Ich irgendwann am Nachmittag so gegen 4 Uhr oder so zu Mama. Wir saßen zusammen, plauderten ein wenig, kochten zusammen und hatten einen gemütlichen Abend.

Es gab (natürlich, was sonst) die traditionellen Lachsnudeln, also Farfalle in Lachsrahmsauce, die Ich mir jedes Jahr wünsche.

Gestern dann fuhr Ich morgends kurz nach 10 zu Mama. Ich schob eine Gans in den Ofen und holte gegen 1 Uhr meinen Cousin und seine Frau ab. Als Ich ankam war auch schon mein Mieter da, der mit uns feierte, einerseits weil er sonst keinen hatte der mit Ihm feierte andererseits weil er uns eigentlich einen Butterball Truthahn von „de Amis“ besorgen wollte, was aber daran scheiterte dass seine Bekannte die das Ding holen wollte nicht in die Pötte kam und uns erst am Heiligabend anrief dass das Ding da sei. Da lehnten wir dann dankend ab, da wir da bereits den Alternativvogel organisiert hatten.

Mama und die Frau meines Cousins rollten Knödel, das Rotkraut hatte Mama schon einen Tag zuvor hergerichtet. Schmeckt ja wieder aufgewärmt eh immer besser.

Wir schlugen uns also die Bäuche mit Köstlichkeiten voll und sanken zu einem mehr oder weniger gemeinsamen Fresskoma auf dem Sofa zusammen.

Ich schlief tatsächlich zu einem kleinen Nickerchen ein. Was wohl auch daran liegt, dass bei mir seit Wochen die Akkus immer wieder neue Tiefststände erreichen, ob dem Stress mit dem Verkauf von Opas Haus, der Verwandtschaft, insbesondere meiner Tante und den Auswirkungen Ihrer Taten auf Dritte, usw.

Nach dem Nachtisch fuhr Ich dann meinen Cousin und seine Frau nach Hause, als Ich wieder kam war dann mein Mieter auch schon gegangen.

Ich schaute mit Mama dann wie schon letztes und vorletztes Jahr alte Edgar Wallace Schinken im Fernsehen, von denen Ich aber nichts mitbekam weil Mama an einer Tour reinquasselte. Ach ja, Ich mag diese neue Tradition…

Gegen halb zwei oder so war Ich dann so knülle, dass ich nach Hause fuhr.

Heute am 2. Weihnachtsfeiertag wollte Ich einfach mal einen Tag für mich haben. Das mit dem grillen klappte nun nicht so recht, da Ich keine Energie hatte meinen Grill zu bauen (dazu kommt sicher hier bald noch ein Bericht). Stattdessen schlief Ich lange und gammelte bis nach 16 Uhr oder so im Bett herum. Ich hatte einfach keinen Antrieb, da Ich wie gesagt meine Akkus so langsam so tiefentladen habe, dass Ich mich auch über einen Tag freuen kann an dem Ich nur im Bett liege.

Gerade eben hab Ich dann eine riesen Schüssel Nudelsalat ganz für mich alleine zusammengerührt.

Dazu gibt es dann die Schwenksteaks, die Ich sonst auf den Grill geschmissen hätte.

Ach ja, so ein Tag ohne Menschen kann manchmal das höchste sein! Niemanden gesehen, niemanden gesprochen, auch nicht per Telefon. Einfach mal alleine sein.

Wie hat mir das gefehlt.

Vier Wochen muss Ich noch arbeiten, dann hab Ich zwei Wochen Geburtstagsurlaub. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie sehr Ich mich darauf freue. Ich hab zwar keine Kohle zum wegfahren, aber Ich werd mich zwei Wochen hier in meiner Bude einschliessen, auf kein Telefon- oder Haustür-Klingeln reagieren und einfach mal nur entspannen. Vielleicht fahr Ich den einen oder anderen Tag weg, einfach mal einen Tagesausflug machen und natürlich lad Ich mir zu meinem Geburtstag auch ein paar Leute ein (hm, der ist am Montag den 29.1. Feier Ich da nun da oder am Samstag drauf…) zu Kaffee und Kuchen, aber sonst…

Ja, ach so, an Silvester bin Ich bei Mama, da werden wir wahrscheinlich ach alleine sein, es kann höchstens sein, dass da noch eine Freundin von Mama kommt. Aber auch da wird gelten: Kein Stress!

Categories:

Hinterlasse einen Kommentar