Ein Weihnachtswunder

21:43 Uhr

Ich hab mir ja auf ebay so verschiedene Suchen abonniert, so dass Ich immer ne Mail bekomme, wenn ein neuer Artikel eingestellt wird, der zu dieser Suche passt. Da werden z. B. Pfeifenaschenbecher gesucht, vorzugsweise aus den 60er und 70er Jahren oder Tisch- und Stehlampen aus eben dieser Zeit. Aschenbecher hab Ich mittlerweile eigentlich genug und die Lampen aus dieser Zeit (genauso wie ebenso alte Beistelltische) bewegen sich da auf ebay in Preissphären jenseits von gut und böse. 

Dennoch, manchmal ist auch ein Schnapper dabei.

Schon fast vergessen hatte Ich, dass Ich auch einen Suchauftrag mit dem Titel “Urlaubsflug auf die Insel des Grauens” gespeichert habe und umso überraschter war Ich, dass Ich am 27.12. zum ersten mal seit JAHREN eine Mail zu diesem Eintrag bekam. Noch überraschter war Ich, dass diese diesesmal auch BRAUCHBAR war! Ich konnte es kaum glauben, endlich eine deutsche DVD Veröffentlichung zu diesem Film gefunden zu haben. Für n schlappen Zwanni war die Scheibe sofort mein!

Seit weit über 10 Jahren hab Ich immer mal wieder das Netz nach diesem Film abgegrast aber nichts gefunden. Nun, endlich nach so langer Durststrecke wurde Ich belohnt!

Urlaubsflug auf die Insel des Grauens wird sich da so mancher denken, was ist denn das für ein Käse?

Ja ha! Ganz großer Käse ist das!

Dieser Film ist laut Wikipedia “ein für den US-amerikanischen Fernsehsender NBC produzierter Horrorfilm von Tommy Lee Wallace aus dem Jahr 1992. Der Film war ursprünglich als Pilot zu einer möglichen Fernsehserie geplant, die jedoch mangels Zuschauerinteresses nicht realisiert wurde.” Später, auch im Trailer, wurde kolportiert, dass dieser Film dann die Vorlage zur Fernsehserie „Lost“ sein soll, die Ich ja auch sehr mag. Aber ob das stimmt, weiss Ich nicht so ganz genau.

Auch der Cast ist eher unbekannt. Lisa Banes kann man aus 2 Folgen King of Queens kennen bei denen die in der 7. Staffel Carries Chefin spielt (Die Folge wo Carrie nach Feierabend zum Essen im Büro bleiben darf). Ansonsten kenne Ich keinen der Schauspieler. 

Und um was geht es da?

Auf einer tropischen, nicht näher benannten Ferieninsel entfachen Paramilitärs aus heiterem Himmel einen gewaltsamen Putsch, woraufhin die anwesenden Ausländer fluchtartig das Eiland verlassen. Pilot Rick Pearson evakuiert im Auftrag der US-Botschaftsvertreterin Karen die Fluchtwilligen amerikanischen Touristen aus der Gefahrenzone. Auf dem Rückflug gerät sein Flugzeug in ein heftiges Unwetter, es wird vom Blitz getroffen und zur Notwasserung gezwungen. Die Mission endet für einige der Passagiere tödlich: ihr Schlauchboot kentert, während einer zwölfköpfigen Gruppe nahezu unverletzt die Rettung in einem weiteren Rettungsboot glückt. Nach Tagen auf hoher See erreicht die ausgezehrte und kraftlose Bootsbesatzung eine abgelegene Insel im Südpazifik, die auf den ersten Blick paradiesisch erscheint und ihnen Sicherheit bietet. Die Gegend war jedoch während des Kalten Krieges ein militärisches Testgelände für gentechnische Experimente mit biologischen Waffen, die fataler Weise außer Kontrolle gerieten und ein ansässiges Dschungelvolk nebst Umwelt veränderten.

Nachdem die zwölf ahnungslosen Überlebenden ihre Grundversorgung mit Früchten und Trinkwasser sicherstellen, entspannt sich deren Situation allmählich und man erholt sich von den zuvor erlittenen Strapazen. Ihre Idylle währt jedoch nicht lang, als einige von ihnen in der Abenddämmerung einen Totenschädel und einen verschütteten Armeejeep finden. Wenige Augenblicke später werden Rick und Frank von einem giftigen krakenähnlichen Ungetüm angegriffen und mit „Warmwassergift“ infiziert, einer geheimnisvollen Krankheit, die das Zellwachstum fördert und die Zellen zu übermäßiger Vermehrung anregt. Notdürftige ärztliche Behandlung wird den zwei Verwundeten von Diana, einer Biologin des staatlichen AIDS-Forschungszentrums, zuteil.

Am nächsten Morgen sind sämtliche gesammelte Früchte auf mysteriöse Art verdorben und ungenießbar; Frank, der in der Nacht zuvor zu einer amphibienartigen Kreatur „mutierte“, ist spurlos verschwunden, während Rick fortan von starken Schmerzen mit offenkundigem körperlichem Verfall und bizarren Halluzinationen geplagt wird, die ihn glauben lassen, schon einmal auf der Insel gewesen zu sein. Rick wendet sich hilfesuchend an Karen, die zwischenzeitlich die Führung der Gruppe übernimmt. Sie schenkt seinen Ausführungen keine Beachtung. In der Gewissheit, Rettung zu finden, beschließt die Gruppe einem Pfad zu folgen, der von dem entdeckten Jeep ins Landesinnere zu der verwaisten großflächigen Forschungsanlage „MK Naomi“ führt. Dort angelangt, entdeckt Karen im noch intakten Gebäude den halbverwesten Leichnam einer Wissenschaftlerin. Weitere Recherchen ergeben, dass hier bis 1976 rücksichtslose Versuche zur biologischen Kriegsführung stattfanden, die neben der Tier- und Pflanzenwelt auch die Ureinwohner mit ungeahnten Folgen kontaminierten, bevor eine gewaltige Explosion zur abrupten Einstellung der Tests führte.

Kurz nach dem Eintreffen der nunmehr elfköpfigen Gruppe – Frank ist weiterhin verschollen – sondert sich Rick zeitlich versetzt ab, um seinen Visionen folgend ein mysteriöses Elixier eines nahe liegenden Eingeborenendorfes zu bergen. Ricks äußerliche Erscheinung verändert sich indes besorgniserregend. Er gleicht nun mehr einer humanoid wirkenden Kreatur denn einem Menschen.

Das Forschungszentrum wird mit der Ankunft von Rick und seinem Suchtrupp von dem mit übermenschlichen Kräften ausgestatteten Frank attackiert, einem inzwischen Grauen erregenden Monstrum. Dem entstellten Rick gelingt es, den willenlosen Frank zu fixieren und ihm eine Injektion des geheimnisvollen Serums zu verabreichen. Frank erhält daraufhin seinen menschlichen Körper zurück, verstirbt jedoch aus unerklärlichen Gründen. Der infizierte Rick verabreicht sich am Ende des Films die restliche Dosis des Serums, woraufhin die Verfremdung seines Körpers stoppt und ein Prozess einsetzt, der zu einer vollständigen Regeneration seiner Gestalt führt. Die amerikanischen Touristen nehmen daraufhin gemeinsam den Kampf ums Überleben auf und kooperieren dabei mit den Ureinwohnern, die ihnen nicht feindlich gesinnt sind.

Ja, soweit die Handlung.

Was mich nun nach dem anschauen erstaunt hat, ist wie wertig dieses in 4:3 gedreht Werk doch ist. Ich wette ein deutscher Fernsehsender hätte das nicht so hinbekommen. Wie gesagt, der Film ist recht billig gemacht. Kamera, Synchro, usw. Alles für einen schmalen Taler hergestellt. 

Auf Wikipedia werden Kritiken zitiert: Die Programmzeitschrift TV Spielfilm schrieb, „die unfreiwillige Komik macht diese Perle des B-Film-Schaffens sehenswert“. Das Resümee lautete: „Diese Insel ist mit Banalität verseucht“.

Das trifft es recht gut. 

Wenn Ich an diesen Film denke, dann denke Ich an einen nicht mal 10 Jahre alten Philipp (denn im Alter von 10 Jahren bekam Ich meine eigene Wohnung im Haus meiner Eltern), der krank in seinem Hochbett im Kinderzimmer liegt (Ich muss krank gewesen sein, denn es stand ein Fernseher in meinem Zimmer, was sonst zu der Zeit noch nicht der Fall war) und diesen Film auf damals noch N3 (mit diesem gepunkteten Logo!), ab 2002 NDR Fernsehen gesehen hat (Ja Mann! Hier erzählt Oppa jetzt vom Kriech! Ich bin so alt, in meiner Kindheit hiess der SWR bei uns noch SWF! Ja ha! Und der NDR hiess noch N3! So!).

Eines dieser Bilder (das Bett, der Fernseher, dieser Film), die sich so tief in mein Gehirn eingebrannt haben, dass die schlimmste Alzheimerform nicht auslöschen kann. Der andere Film den Ich da gesehen habe, war „falsches Spiel mit Roger Rabbit“, der muss glaub Ich auch in N3 gelaufen sein.

Dies war der Film und der Zeitpunkt, der meine Leidenschaft für “Inselfilme” oder Geschichten die auf Inseln spielen gelegt hat. (Fun Fact: Ich hab bis heute Robinson Crusoe nie gelesen oder mir auch nur eine Verfilmung davon angesehen.)

Eine kleine Gruppe, eine einsame Insel und ein Abenteuer. 

Einige Jahre entdeckte Ich dann auch noch den Film “Primal Force – Insel der Affen”, mit Ron Perlman, der so scheisse ist, dass er nicht einmal einen englischen Wikipediaeintrag hat. (Kurzversion: Rettungskräfte versuchen, die Opfer eines Flugzeugabsturzes zu erreichen, die auf einer abgelegenen mexikanischen Insel festsitzen, die von mutierten Pavianen bevölkert wird. Ron Perlman spielt einen gestörten Führer, der mit der Leitung der Mission beauftragt wurde. – RICHTIG geiler Thrash!) Den muss Ich mir auch mal besorgen. Gleich mal ne ebay Benachrichtigung gespeichert…

Ach ja, und die Serie Lost find Ich ganz geil, auch wenn Ich eigentlich mit “Mistery-Serien” nix anfangen kann. 

Ja, und nun hab Ich Ihn also, diesen Film!

Ich freu mich wie ein Schneekönig an Weihnachten!

Heute am Samstag Abend hab Ich mir dann endlich mal die Zeit genommen Ihn mir anzusehen und Ich war begeistert!

Obwohl Ich den Film bestimmt schon 10 Jahre nicht mehr gesehen habe, konnte Ich fast jede Szene mitsprechen. Ich konnte mich an Kleinigkeiten erinnern, den Sound, die Dialoge! Einfach alles! Dieser Film hat mich damals so geprägt wie kaum ein zweiter.

Was bin Ich froh und glücklich, Ihn nun endlich in meiner DVD Sammlung zu haben!

Ach ja, das sind sie manchmal, die kleinen Freuden des Alltags…

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