4:59 Uhr
Heute, oder besser gesagt gestern, am 29., hatte Ich meinen 37. Geburtstag.
Ich bekam einen Anruf von meiner Tante (die zu der Ich seit ca. einem Jahr wieder Kontakt habe), und einen von einer Freundin meiner Mutter.
Ausserdem fünf Whatsapp glaube Ich. Eine von zwei anderen Freundinnen meiner Mutter / Freunden der Familie und zwei von zwei ehemaligen Teamleiterinnen und eine von meiner anderen Tante.
Von der Tante dachte Ich dass Sie kommt und hatte dafür extra Sprudel besorgt und die Wohnung ein wenig hergerichtet. Zumindest kam Sie in den letzten Jahren immer. Vielleicht ist Sie sauer, dass Ich mich an Ihrem und an dem Geburtstag Ihres Mannes nicht gemeldet habe, sowie an dem meiner Cousine und Ihrem Mann.
Keine Ahnung.
Ich finde das jedenfalls eine Unsitte, jemandem per Whatsapp zum Geburtstag zu gratulieren. Entweder anrufen oder gleich sein lassen.
Aber vielleicht ist auch das einfach mal wieder nur ein Zeichen, dass Ich so vieles in der modernen Welt nicht mehr verstehe…
Für den Samstag hab Ich ein paar Leute zu Kaffee und Kuchen eingeladen.
Die drei Freundinnen meiner Mutter, eine mit Begleitung, meinen Mieter und meinen Cousin mit Frau.
Da ist ausser meinem Cousin, der ein Jahr älter ist als Ich (seine Frau ist 61) kaum einer unter 60 dabei. Ein Freundin meiner Mutter ist 57 Ihre Begleitung etwas jünger. Die beiden anderen Freundinnen meiner Mutter sind jenseits der 70.
Ja, was soll mir das denn nun sagen.
Als mir das was Ich da eben so zu Bildschirm gebracht habe, bewusst wurde, kam Ich schon ein wenig ins nachdenken.
Nach aussen spiele Ich ja immer so den abgeklärten Typen, der für sein Leben damit abgeschlossen hat, keine gleichaltrigen Freunde zu haben.
Und wenn Ich ehrlich bin, wüsste Ich auch nicht, wo Ich die aktuell in meine Energeiverteilung noch einbauen sollte.
Trotzdem…
Es oder besser gesagt man ist einfach nicht normal, wenn man keine Freunde im gleichen Alter hat.
Ich meine, Ich hab ja hier glaube Ich vor langer Zeit schon mal geschrieben, woran das liegt, dass ich keine Freunde habe. Die 7. Klasse freiwillig wiederholt, alte Kontakte verloren, keinen neuen Anschluss gefunden.
Gerne denke Ich noch an meine drei Geburtstage 1998, 1999 und 2000 zurück, zu denen Ich Schulfreundinnen und Freunde hier aus dem Ort eingeladen habe. Irgendwann nach der 7. Klasse verlief sich das und die „zweigeteilten-Geburtstage“ (mittags gleichaltrige Freunde, abends Familie und Freunde der Eltern) endeten…
Meine Gedanken zu dem Thema schwanken da permanent zwischen „ist doch alles gut so wie es ist“ und „es ist nicht normal keine Freunde zu haben“. Ich meine, im Moment reichen mir die sozialen Kontakte die Ich habe. Ab und zu was mit Mama unternehmen, hie und da kommt mein Cousin mit seiner Frau zu mir zum essen, ab und an werde Ich zu den Geburtstagen der Freundinnen meiner Mutter eingeladen.
Aber was ist, wenn die alle mal weggestorben sind?
Einerseits lasten mich diese sozialen Kontakte (psychisch) voll und ganz aus, andererseits hab ich wenig Lust neue kennen zu lernen. Ausserdem hätt Ich auch gar keine Ahnung wo. Und fangt mir jetzt bloss nicht mit Vereinen an!
Andererseits bin Ich auch keine Mensch, der andere Menschen kennen lernen will um des Menschen kennen Lernens willen. Da muss es schon noch einen anderen Mehrwert haben als nicht alleine zu sein.
Ausserdem hab Ich ja auch hier schon beschrieben, dass es mich eher stört, dass Ich nicht alleine in meinem Elternhaus wohne sondern noch einen Mieter habe, der ab und an einfach so zum Kaffeetrinken hochkommt.
Wenigstens den Sonntag halt Ich mir nun auch davon frei. Ich hab einen grossen Pappkarton mit der Aufschrift „Heute bitte nicht stören“ versehen und stelle den nun sonntags oben an die Treppe die zu meiner Wohnung führt. Das wirkt.
So kann Ich wenigstens einen Tag in der Woche ungestört meinen „geheimen Hobbys“ nachgehen, für die man sich gerne allein und unbeobachtet in seiner Wohnung wähnt.
Ja, Ich und mein Leben, das ist schon ein komisches soziales Konstrukt…

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