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Dieser Tage hab Ich auf Spiegel Online einen Artikel gelesen, dass in Frankreich eine neue Generation von Blitzern eingeführt worden sei.
Diese könnten nicht nur Geschwindigkeitsüberschreitungen sondern, dank künstlicher Intelligenz, auch ein Handy am Ohr oder einen fehlenden Sicherheitsgurt sowie Abstandsverstöße erkennen.
Nun liess es laut dem Artikel nicht lange auf sich warten, bis einige dieser Kästen von wütenden Autofahrern demoliert wurden.
Auch der „französische ADAC“, der heisst dort anscheinend „40 Millions d’automobilistes“ hat da mal wieder gleich Zeter und Mordio gerufen und zum Aufstand geblasen.
Das ist ja ein Thema, das mich, auch als Autofahrer, schon länger beschäftigt.
Ohne lügen zu müssen bin Ich glaube Ich in den knapp 16 Jahren in denen Ich nun meinen Führerschein habe (es war der 7.9.2007!) weniger als fünf mal geblitzt worden.
Einmal in einer dreissiger Zone beim Umfahren einer roten Ampel auf einer 50er Strecke direkt im ersten Jahr nach meiner Prüfung.
Einmal beim Überlandfahren irgendwann in Sachsen und einmal vor ein paar Monaten.
Die drei weiss Ich sicher. Wie gesagt, Ich glaube weniger als fünf, auf keinen fall mehr als 10 mal.
Natürlich hat mich das jedes mal geärgert, dass Ich da Geld zahlen musste. Aber Ich hab mich eben nicht über die angebliche „Abzocke“ aufgeregt, sondern über mich selber, dass Ich mich beim bewussten, vorsätzlichen und absichtlichen zu schnell fahren hab erwischen lassen.
Wenn man eben meint in der dreissiger Zone 50 zu fahren, so wie Ich das eigentlich immer mache, oder in der Innenstadt auf den grossen Ausfallstraßen 70 statt 50, dann muss man sich eben nicht wundern, wenn man dann auch mal erwischt wird.
Dass das bei mir bisher so wenig vorkam, liegt meiner Meinung nach daran, dass Ich mich hauptsächlich in meiner Heimatstadt und deren Umgebung bewege, einer Gegend, die Ich eben wie meine Westentasche kenne.
Ich weiss, wo oft geblitzt wird und Ich hab da auch komischerweise irgendwie eine „Antenne“ dafür. Mir fällt eben auf, wenn ein Auto da irgendwie „komisch“ steht. Und oft, wenn Ich dann mal langsam gemacht habe, und hab in die Heckklappe geschaut beim vorbeifahren, hab Ich dann da auch einen Blitzer entdeckt.
Anyway.
Was mich aber an dieser Diskussion stört, ist dass es in Deutschland anscheinend unmöglich ist, einen journalistischen Artikel über dieses Thema zu schreiben ohne das Wort „Abzocke“ zu verwenden. Präziser, dass keiner dieses Quatschargument mit der „Abzocke“ mal zerlegt, und das Thema mal differenziert betrachtet.
Wenn Ich mit meinem Auto an einer Stelle an der 30 km/h erlaubt sind 50 fahre und werde dabei erwischt, dann habe Ich etwas getan, was laut einem Gesetz nicht erlaubt ist und werde dafür bestraft.
Das ist meiner Meinung nach das selbe, wie wenn Ich einfach meinen Sperrmüll auf die Gasse werfe und mich dann nicht darum kümmere.
Es gibt eben nunmal Regeln und Gesetze in diesem Land, an die hat man sich zu halten, damit das Zusammenleben hier eben möglichst störungsfrei funktioniert.
Und es hat eben einen Sinn, dass man an bestimmten Stellen nur 30 oder 50 oder was auch immer fahren darf. Zumindest unterstelle Ich den meisten Kommunen mal, dass Sie nicht einfach hingehen und auf einer mega belebten Hauptstrasse einfach mal so eine 30 aufstellen, damit sich der Blitzer der da steht auch lohnt.
Wenn Ich dann eben meine, mich nicht daran halten zu müssen und dabei erwischt werde, ja dann muss Ich die Suppe eben auslöffeln.
Wer scheisse baut, muss eben auch dafür gerade stehen!
So einfach ist das!
Wenn man dann mal mit den Leuten die bei diesem Thema dann gerne schnell mal die Abzock-Keule rausholen diskutiert und Sie fragt, warum das denn eigentlich Abzocke sei, man müsse sich ja einfach nur an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten, dann kommt meiner Erfahrung nach oft….. genau: nix!
Man kann ja von mir aus darüber streiten ob gewisse Geschwindigkeitsbegrenzungen überall sinnvoll sind. Ich fand es ja z. B. auch Käse, dass in Dresden auf der Waldschlösschenbrücke, der modernsten und sichersten Brücke der ganzen Stadt, eine Tempobegrenzung von 30 km/h gilt, nur weil da irgend so ein bescheuertes Flatterviech wohnt, das meint, von irgendwelchen Naturschützern vor dem Aussterben gerettet werden zu müssen (Das Ding war eine Fledermaus und sie hiess kleine Hufeisennase, für alle die es genau wissen wollen).
Da kann man jetzt meiner Meinung nach darüber streiten ob das Retten von so einem Batman für Arme das rechtfertigt, dass Ich da auf dieser geilen neuen Brücke nicht rasen darf. Ich meine nein, aber es ist nun mal wie es ist und dann muss Ich mich auch dran halten oder eben mit den Konsequenzen leben.
Aber dann immer mit dem uralten und ausgelutschten Argument der „Abzocke“ zu kommen halte Ich für reichlich dämlich.
Und dann auch immer das Argument, dass die Kommunen ja mit den Einnahmen rechnen die die Blitzer abwerfen, sie also bis zu einem gewissen Punkt in den kommenden Haushaltsentwurf einbeziehen.
Ja aber was heisst das denn? Das heisst doch nur, dass man weiss, dass es eine gewisse Anzahl an Unbelehrbaren und Schusseln gibt, mit denen man rechnen kann.
Wie gesagt, nichts auf der Welt ist einfacher als ein Bussgeld fürs zu schnell fahren zu vermeiden: Einfach nicht zu schnell fahren!

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