Gedicht

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 12

    Im nächtlichen Walde humpelt dahin Die Chaise. Da kracht es plötzlich – Ein Rad ging los. Wir halten still. Das ist nicht sehr ergötzlich. Der Postillion steigt ab und eilt Ins Dorf, und ich verweile Um Mitternacht allein im Wald.… Continue reading

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 11

    Das ist der Teutoburger Wald, Den Tacitus beschrieben, Das ist der klassische Morast, Wo Varus steckengeblieben. Hier schlug ihn der Cheruskerfürst, Der Hermann, der edle Recke; Die deutsche Nationalität, Die siegte in diesem Drecke. Wenn Hermann nicht die Schlacht gewann,… Continue reading

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 10

    Dicht hinter Hagen ward es Nacht, Und ich fühlte in den Gedärmen Ein seltsames Frösteln. Ich konnte mich erst Zu Unna, im Wirtshaus, erwärmen. Ein hübsches Mädchen fand ich dort, Die schenkte mir freundlich den Punsch ein; Wie gelbe Seide… Continue reading

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 9

    Von Köllen war ich drei Viertel auf acht Des Morgens fortgereiset; Wir kamen nach Hagen schon gegen drei, Da wird zu Mittag gespeiset. Der Tisch war gedeckt. Hier fand ich ganz Die altgermanische Küche. Sei mir gegrüßt, mein Sauerkraut, Holdselig… Continue reading

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 8

    Von Köllen bis Hagen kostet die Post Fünf Taler sechs Groschen preußisch. Die Diligence war leider besetzt, Und ich kam in die offene Beichais‘. Ein Spätherbstmorgen, feucht und grau, Im Schlamme keuchte der Wagen; Doch trotz des schlechten Wetters und… Continue reading

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 7

    Ich ging nach Haus und schlief, als ob Die Engel gewiegt mich hätten. Man ruht in deutschen Betten so weich, Denn das sind Federbetten. Wie sehnt ich mich oft nach der Süßigkeit Des vaterländischen Pfühles, Wenn ich auf harten Matratzen… Continue reading

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 6

    Den Paganini begleitete stets Ein Spiritus familiaris, Manchmal als Hund, manchmal in Gestalt Des seligen Georg Harrys. Napoleon sah einen roten Mann Vor jedem wicht’gen Ereignis. Sokrates hatte seinen Dämon, Das war kein Hirnerzeugnis. Ich selbst, wenn ich am Schreibtisch… Continue reading

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 5

    Und als ich an die Rheinbrück‘ kam, Wohl an die Hafenschanze, Da sah ich fließen den Vater Rhein Im stillen Mondenglanze. Bisher erschienen: [tec-postlist catname=“deutschland-ein-wintermarchen“ order=“asc“] Continue reading

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 4

    Zu Köllen kam ich spätabends an, Da hörte ich rauschen den Rheinfluß, Da fächelte mich schon deutsche Luft, Da fühlt ich ihren Einfluß – Auf meinen Appetit. Ich aß Dort Eierkuchen mit Schinken, Und da er sehr gesalzen war, Mußt… Continue reading

  • Deutschland, ein Wintermärchen: Caput 3

    Zu Aachen, im alten Dome, liegt Carolus Magnus begraben. (Man muß ihn nicht verwechseln mit Karl Mayer, der lebt in Schwaben.) Ich möchte nicht tot und begraben sein Als Kaiser zu Aachen im Dome; Weit lieber lebt‘ ich als kleinster… Continue reading