23:26 Uhr
Ich hab gerade einen Beitrag über das so genannte Curvy-Magazine im Internet gesehen, eine Zeitschrift für übergewichtige Frauen.
Das hat mich ein wenig zum nachdenken angeregt.
Ich bin ja selber „Mehrgewichtig“ (Gott, was für ein blödes Wort – Nein, Ich bin mit irgendwas über 170 Kilo auf 180 cm einfach nur fett.), hab aber nie verstanden dass diese Body Positivity Bewegung diese Ungesundheit des übergewichtig seins so ausblendet.
Ich merke es ja an mir selber: Die Knie schmerzen, die Kondition fehlt, usw. Das sind ja alles Signale des Körpers die man nicht ausblenden kann. Dennoch kreide Ich es Menschen an, wenn Sie permanent auf uns Dicken herumhacken.
Das ist irgendwie ein schwieriges Thema (musste beim Korrekturlesen gerade schmunzeln…). Ich glaube, dass wenn Ich dünner wäre Ich dennoch keinen Dicken auf sein Gewicht ansprechen würde. Das liegt einfach nicht in meinem Naturell, andere Menschen damit zu konfrontieren oder darüber zu belehren, was Sie mit Ihrem Körper anstellen. Genausowenig wie es mich nichts angeht ob sich jemand von Kopf bis Fuß tätowieren lässt, geht es andere nix an ob Ich nun 100 oder 200 Kilo wiege Und kommt mir jetzt nicht mit diesem „Ich muss das aber mit meinen Krankenkassenbeiträgen bezahlen!“. Wir leben nun einmal in einer Solidargemeinschaft. Wenn man so anfängt zu argumentieren, dann könnte man auch sagen, warum müssen meine Krankenkassenbeiträge für den herhalten der nun querschnittsgelähmt ist, weil er in den Alpen kraxeln wollte und abgestürzt ist.
Dennoch finde Ich, dass mehr Dicke zugeben sollten, dass Sie sich selbst schlecht oder gar nicht reflektieren können. Mir geht es ja genauso. Ich „fühle“ mich nicht dick obwohl Ich es bin weil Ich eine vollkommen gestörte Selbstwahrnehmung habe.
Ich wiege im Moment, wahrscheinlich, denn Ich hab mich seit zwei oder drei Jahren nicht gewogen, irgend etwas zwischen 170 und 180 Kilo auf ca. 180 cm Körpergröße. Wenn Ich das nicht wüsste und Ich das nicht nach meinem “Verstand” beurteilen müsste, sondern nach meinem “Gefühl” würde Ich sagen, dass Ich so ca. 100 Kilo wiege.
das ist eine ganz seltsame Realitätsverschiebung, die da im eigenen Kopf vor sich geht. Ein schleichender Prozess.
Genauso schleichend, wie man stetig seine Essensportionen vergrößert.
Ich geb immer gerne das Beispiel mit den Schinkennudeln. Wenn Ich mir Schinkennudeln machen will, dann nehme Ich dazu 10 Eier, 500 g Nudeln und 250 g fetten Bauchspeck. Das ergibt dann genau 2 Portionen von denen Ich dann die eine meist am Mittag und die andere am Abend oder umgekehrt esse.
Letztens hab Ich an einem Sonntag 10 panierte Schnitzel mit ohne was dazu gegessen oder an einem anderen Sonntag einen ganzen Kasseler von bestimmt 1,2 Kilo, auch ohne Beilagen.
Oder Ich mache mir aus einem Pfund Nudeln und Ordentlich “Zeug drumrum” sowie 200 g Käse einen Nudelauflauf. Das ergibt bei meinem Hunger auch nur 2 Portionen.
Das sind schon immense Dimensionen, die Ich da jeden Tag in mich hineinschaufele.
Wenn Ich am Abend, so gegen 1 oder 2 Uhr in der Nacht vor dem schlafengehen noch ein “Hüngerchen” habe, dann pfeif Ich mir meistens 4 Scheiben Toast rein, entweder mit ordentlich Mettwurst drauf (200 g) oder die gleiche Menge Toast mit der gleichen Menge an Blutwurst, Bierwurst oder ähnlichem, bzw. Lyoner. Letztgenannte auch gern mit einem ordentlichen Klecks Ketchup.
Oder mal eben schnell so einen kleinen Camembert zwischen 4 Scheiben Toast gepackt oder einen Becher Frischkäse usw.
Man kann sagen, dass sich in meinem Kühlschrank eigentlich nie angebrochene Packungen befinden, sondern wenn Ich eine Wurst oder einen Käse aufmache, dann mach Ich Ihn auch gleich leer. Das Ich aber auch einen Ekel vor offenen Packungen im Kühlschrank im allgemeinen und vor “fremden” Kühlschränken im speziellen habe, für Ich hier ein anderes mal aus.
Bei mir ist es das Problem, dass Ich das Hungergefühl ganz schlecht aushalte. Sobald da auch nur ein minimales Hüngerchen ist, muss es mit einer Menge Essen gestillt werden. Oder mann ist schon mal “prophylaktisch”, falls der Hunger kommen könnte.
Wenn Ich so darüber nachdenke, esse Ich eigentlich nicht oft am Tag. Meist nur ein oder zwei mal, aber dann richtig fette Portionen.
Man kann sich dazu ja mal noch einmal mein Essenstagebuch aus dem März 2023 ansehen.
Heute z. B. hab Ich gefühlt auch wieder nicht “viel” gegessen. Das Frühstück fiel wie immer aus, gegen 13 Uhr gab es vier Scheiben Toast mit Butter, rohem Schinken und 5 Spiegeleiern (so eine Art Strammer Max, aber ich hatte keinen Kochschinken da) und heute Abend so gegen 22 Uhr eine Dose Ravioli.
Kann sein, dass Ich gegen 1 oder 2 Uhr noch eine Kleinigkeit esse, aber das war doch nun nicht viel, oder?
Oder?? ODER???
Bitte bestätigt mir doch, dass das keine normalen Portionen sind. Ich meine, ich weiss das ja, so rein verstandesmäßig aber Ich verstehe es nicht, so gefühlsmässig.
Das Problem bei mir, warum ich nicht abnehmen kann ist dass Ich nicht abnehmen will.
Ich hab es oben schon geschrieben, ich kann (Korrektur: will) dieses Hungergefühl einfach nicht aushalten. Ich meine, Ich kann das nicht beurteilen, aber Ich glaube so und noch schlimmer fühlt es sich an, wenn man von Alkohol oder noch schlimmer, härteren Drogen abhängig ist.
Ja, es ist in gewisser Weise eine Sucht, meine Fresserei, mit der Ich andere Unzulänglichkeiten in meinem Leben zukleistere Das gebe Ich auch offen zu.
Ich betäube damit z. B. die Ohnmacht die Ich fühle, weil Ich mich für zu unlänglich halte je eine Freundin zu haben.
Mittlerweile bin Ich ja zumindest schon an dem Punkt, dass Ich mir so langsam eingestehe, dass es vielleicht doch ganz schön gewesen wäre, geheiratet zu haben und Kinder zu haben. Immerhin.
Finde dich damit ab und du wirst weniger leiden. Der Spruch ist von Doug Heffernan aus der Serie King of Queens. Er betitelt darin das “Muttersöhnchen” Spence damit, mit der Ansage er sei eben ein Opfertyp.
Passt irgendwie auch auf mich, keine Ahnung. Also der Opfertyp, nicht das Muttersöhnchen.
Warum ich ausgerechnet heute Abend nach den ersten sechs Absätzen dieses Artikels, die schon seit Monaten hier herumliegen, das Ding zu Ende schreibe, weiss Ich auch nicht.
Bin wohl gerade in der Stimmung dazu.
Hatte vorhin in “Hitcher der Highwaykiller” reingesehen und fand den total hirnlos. Aktenzeichen XY war diese Woche auch total lame. Da dacht Ich mir wohl, setz dich doch um halb elf einfach mal hin und schreib den Runterzieher hier fertig…
Keine Ahnung.
Wo der Artikel hier hinführen soll, weiss Ich auch nicht. Ich glaube er führt nirgendwohin. Ich glaube das wird so ein “Schön, dass wir mal darüber gesprochen haben aber nun machen wir bitte weiter wie bisher”-Artikel. Warum nicht.
Wenn dann immer mit meiner Gesundheit argumentiert wird. Ja. Ich meine, meine Mutter will Ich schon noch überleben. Wo Sie Papa so früh verloren hat, Ihren Bruder auch und der Rest der Familie (für Sie) eher so naja ist. Das würde Sie glaube Ich nicht überleben, wenn Sie in mein Grab schauen müsste.
Aber dann?
Für wen soll Ich denn weiterleben?
Für mich. Ja.
Nicht dass Ich Todessehnsucht hätte oder so, nein Ich lebe gerne.
Vielleicht lebe Ich zu gerne, das ist das Problem.
Ich meine, dass Ich jemals eine Frau und Kinder haben werde ist in etwa so wahrscheinlich, wie dass Ich eines Tages mal auf dem Mond spazieren gehen werde. Aus Gründen…
Wenn man mal davon absieht, bin Ich aber eigentlich nicht unglücklich mit meinem Leben.
Man fragt sich immer, fändest du das nicht traurig, wenn du morgen sterben würdest. Nein, warum denn? Wenn Ich tot bin, kann Ich ja das was Ich dann nicht mehr erlebt habe nicht vermissen.
Klar will ich in meinem Leben mal noch das eine oder andere erleben.
Ich will unbedingt mal eine Italienrundreise mit dem Auto oder dem Camper machen.
Will mein Haus in einem fertig durchrenovierten Zustand sehen.
Und wenn Ich noch ein wenig nachdenken würde, würde mir sicher auch noch die eine oder andere Idee kommen, was Ich in meinem Leben mal noch gerne machen würde.
Ich schweife ab…
Dreieinhalb Seiten hab Ich nun schon mit meinem Zeug hier vollgekleistert.
Ich glaub das reicht erstmal…

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