Ich hab mir heute Abend eine kommentierte Aufzeichnung des Eurovision Song Contests angesehen.
Neudeutsch nennt man das wohl eine „Reaction“. Da hat sich jemand also die ganze Sendung angesehen und darauf reagiert.
Normawerweise würd Ich mir das nicht ansehen, denn, um es mit den Worten von Doug Heffernan zu sagen: „Dort wird gesungen. In Ausländisch!“
Denn das Problem ist, Ich kann weder tschechisch, noch moldauisch oder französisch und auch kein ukrainisch. Das heisst, der Typ da auf der Bühne könnte theoretisch darüber singen, dass er ein sexuelles Verhältnis mit seinen Rasenmäher hat und Ich würds nicht checken. A weng sinnlos, sich das dann anzuhören, aber gut….
Mit meinen beiden Kommentatoren, die die Sendung für mich geschaut und kommentiert haben, war es aber ganz unterhaltsam.
Was mich aber im Vorfeld des ESC mal wieder genervt hat ist, dass man dem ganzen schon wieder so einen politischen Anstrich hat verpassen müssen, so wie gefühlt jedem Thema heutzutage.
Ich hab mittlerweile das Gefühl, dass man selbst die Auswahl des Klopapiers heutzutage politisch aufladen könnte, wenn man den wöllte.
Das hat inzwischen Dimensionen angenommen, wo es mir, als jemandem der fast nur Meinungen zu innenpolitischen Themen hat ziemlich auf den Geist geht und die, wenn sie denn vorhanden wäre, Freude auf so ein TV-Spektakel ziemlich vermiesen könnte.
Irland, Island, die Niederlande Slowenien und Spanien nahmen dieses Jahr nicht teil, weil Israel teilnahm.
Weißrussland ist wegen der fehlenden politischen Neutralität des teilnehmenden Staats-Fernsehsenders nicht zugelassen worden und Russland erneut wegen dem Angriffskrieg, den es gegen die Ukraine führt. Den Ich auch Scheisse finde, um hier Missverständnissen gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen.
Nun hab Ich zum Nahostkonflikt eine relativ spezielle und seltene Meinung, die Ich hier nicht näher ausführen will, nur so viel: Ich finde die beiden Streithähne schenken sich hier nichts und Ich finde beide Seiten (und die Tatsache, dass es hier im Prinzip nur um Religion geht, was Ich eh nie kapieren werde wie man sich über so einen Schwachsinn streiten kann) gleich scheisse. Aber gut.
Nun war es diesjahr also so, dass Spanien als eines der so genannten „Big Five“ Länder, also den Ländern Deutschland, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Spanien und Italien, deren Mitgliedschaft in der EBU so bedeutend sind, dass sie sich nicht qualifizieren müssen sondern automatisch dabei sind, seine Teilnahme wegen Israel absagte. Fand Ich ziemlich fies den spanischen ESC Fans gegenüber.
Das brachte mich auch ins nachdenken darüber, nicht nur dieses Jahr, sondern auch mit der Diskussion um den „Mitleidsgewinn“ der Ukraine 2022, die damals sowas von eindeutig nur deswegen gewonnen hat, weil der Russe das Land gerade in Schutt und Asche bombte.
Warum muss denn also wie gesagt so ein Ereignis, in dem es doch eigentlich ums singen geht und das doch eigentlich einfach nur Freude bringen soll, immer so politisch aufgeladen werden?
Der darf wegen dem nicht mitmachen, wenn der kommt, komm Ich nicht und der hat hier das gesagt und der hat dort das gemacht und wäh, wäh, wäh!
Wie Kindergartenkinder!
Das brachte mich auf die Idee, man müsste, heute in Zeiten des mehr oder weniger freien Internets, das doch irgendwie hinbekommen, einen „World Song Contest“ auszutragen, in dem jeder der 194 von der UN anerkannten Staaten dieser Welt teilnahmeberechtigt ist.
Deutschland genauso wie Russland.
Der Iran genauso wie der Die USA.
Spanien genauso wie der Vatikanstaat.
Israel genauso wie Palästina.
Turkmenistan genauso wie Brasilien.
Bulgarien genauso wie Nordkorea.
Burkina Faso genauso wie Dänemark.
Schweden genauso wie Eswatini.
Saudi Arabien genauso wie Italien.
Die Schweiz genauso wie Afghanistan.
Der Irak genauso wie Luxemburg.
Kanada genauso wie Somalia.
Und so weiter.
Das ganze wäre dann natürlich unabhängig von Fernsehsendern und jedes Land könnte eine Gruppe gründen, die von der organisierenden, neutralen, „World Song Contest Organization“ dann als offizielle Vertreter des Landes registriert werden würde. Diese würde dann bestimmen, welcher Künstler für das Land antreten würde.
Dass das in freiheitlich demokratischen Ländern dann eine eher genossenschaftlich, demokratische, private Organisation sein wird und in eher unfreien Ländern wie Nordkorea natürlich eine vom staatlichen Propagandaministerium zusammengeschustertes irgendwas sein würde ist ja klar. Wäre aber egal, wenn man es denn am Anfang transparent auch so kommuniziert.
Das muss einem ja nicht gefallen, und diese Missfallen könnte man dann einfach damit ausdrücken, dass man dieses Land dann einfach nicht unterstützt und für diesen Song dann einfach nicht votet.
Basta.
Nur so ne spinnerte Idee, die mir beim anschauen des ESC in den Kopf kam.
Wird eh nie passieren….

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