Ja, Sonntag ist ja bei mir meist der Tag an dem Ich mal was koche, wozu Ich unter der Woche keine Lust habe, weil es ein wenig aufwendiger ist (oder was Ich unter der Woche nicht kochen will, weil Ich gerade am abnehmen bin).
Da dachte Ich bei mir so die Tage, Mensch, du hat schon ewig nicht mehr Pfuhlloch gekocht!
Das hast du doch als Kind immer abgefeiert, lass doch mal wieder kochen!
Nun wird sich der nicht-Pfälzer fragen: Pfuhlloch, was soll denn das sein?
Nun, den Begriff Pfuhl mag der eine oder andere vielleicht schon mal gehört haben:

Okay.
Und ein Pfuhlloch ist nicht anderes als eine Gülle- oder Jauchgrube.
Hmm, also nicht gerade die Assoziation, die man beim kochen bzw. essen haben will, oder?
Kommen wir zum Haschee. Das könnte der ein oder andere kennen, vor allem, wenn er wie Ich in der Pfalz, nicht all zu weit von Frankreich entfernt, aufgewachsen ist.

Haschee ist also eine kräftige, pikante, Hackfleischsauce.
OK.
So langsam wird wohl hier dem ein oder anderen klar werden, auf was Ich hier hinaus will.
Pfuhlloch ist ein Gericht, mit Hackfleischsauce, daher die Assoziation zur Gülle, weil ähnliche Farbe und Aussehen und so.
Aber wie zum Teufel kommt man nur auf so eine Assoziation?
Nun, Ich werde es euch erklären.
Kochen wir zuerst den Haschee:
Das Rezept ist sehr einfach.
Gemischtes Hackfleisch krümelig und sehr dunkelbraun anbraten
Zwiebelwürfel glasig anschwitzen, zum Fleisch geben
Wasser und
Fleischbrühe (gekörnte) zugeben, mit
Rosmarin
Lorbeer und
Nelken würzen, 1 Stunde köcheln lassen und dann mit
dunkler Mehlschwitze zu einer dicken Sauce abbinden. Abschmecken. Nach Bedarf
1 Schuss Sahne zugeben
Die Mengen können nach Geschmack variiert werden, wer es würziger mal nimmt mehr Gewürze, wer nicht entsprechend weniger. Ich nehme gerne ca. 5-6 normale Zwiebeln und 1 l Brühe auf ein Kilo Hack.






Als Beilage zum Haschee gibt es Karotten-Kartoffel-Stampf (oder Stampes, wie man hier in der Pfalz sagt, wichtig: das ist KEIN Püree!)
Man schäle also Karotten und Kartoffeln und gebe sie in einen Topf…

… dann bedeckt man alles mit Wasser, gibt einen Priese Salz dazu und lässt das ca. 1 Stunde oder gerne mehr kochen, bis die Karotten relativ weich sind (die Karotten brauchen länger als die Kartoffeln aber man kann das beides problemlos zusammen aufstellen).
Dann schütten man das Wasser ab und stampft das alles mit einem Kartoffelstampfer gut durch.

Wichtig: Bei einem Püree würde Ich den Handrührer mit den Schneebesen oder die Kartoffelpresse nehmen, damit das alles eine schöne, glatte Masse gibt. Dies ist hier ausdrücklich NICHT gewünscht! Es sollen gerne noch ein paar grössere Stückchen in diesem „Stampf“ oder eben pfälzisch „Stampes“ (gesprochen: Schtambes) drin sein!
Das Wort kommt, wie man sich denken kann von „Stampfen“, in anderen Teilen Deutschlands spricht man daher auch von „Stampfkartoffeln“ oder „Kartoffelstampf“, wie in der Pfalz sagen daher auch „Grumbeerstampes“ (Grumbeere = Grundbirne = Kartoffel im pfälzischen).

Um das ganze ein wenig cremiger zu machen, kommt ein Schuss Milch dran, bis die von einem selber gewünschte Konsistenz erreicht ist.

Anschließend wird das ganze mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt, hier kann man zum vermengen gerne einen dickdrahtigen, kurzen Schneebesen nehmen.
Zum Schluss kommt das ganze dann zusammen, und man kann erahnen, woher der Name kommt: Man macht dem Stampes in den Teller, drückt in die Mitte eine Kuhle hinein und füllt dort dann den Haschee hinein.

Das ganze sieht nun ungefähr so aus wie ein Pfuhlloch, also ein Gülleloch auf dem Bauernhof, daher der Name!
Bon Apetit, oder wie man bei uns in der Pfalz sagen würde: En guude…
Mann, was das lecker!

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